Wählen Sie hier Ihren gewünschten Kontaktkanal aus.

Drahtseilakt für den Vogelschutz

11.08.2016

Für den Vogelschutz waren von Mitte Juli bis Mitte August Freileitungsmonteur Marius Fiege und Pilot Martin Anz im Auftrag des Bayernwerks mit einem Hubschrauber unterwegs. Die beiden montierten spektakulär insgesamt knapp 1.700 schwarzweiße Fahnen an die Hochspannungsleitungen des Bayernwerks in Teilen Nieder- und Oberbayerns. Dabei musste Martin Anz seinen Helikopter besonders feinfühlig und präzise steuern, während Marius Fiege in luftiger Höhe die Vogelschutzfahnen am – keinen Strom führenden – Leiterseil befestigte. Jeder Handgriff muss bei diesem - im wahrsten Sinne des Wortes - Drahtseilakt sitzen, die beiden sind ein eingespieltes und routiniertes Team.

 

Die circa einen halben Meter breiten Fahnen, die Marius Fiege am Leiterseil im Abstand von 25 Metern anbringt, bestehen aus mehreren schwarzen und weißen Streifen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sie Vögel von der Leitung fernhalten. Im Vorfeld der umfangreichen Maßnahme hat sich das Bayernwerk mit Vogelschutzexperten abgestimmt. Die Vogelschutzfahnen haben eine ähnliche Funktion wie die schwarzen Aufkleber auf Fenstern und Bushäuschen.

 

Rund 300.000 Euro lässt sich der Netzbetreiber die aktuelle Montage auf den Hochspannungsleitungen im Raum Deggendorf und Straubing kosten. Denn Vogelschutz auf Strommasten und -leitungen dient nicht nur der Sicherheit der Vögel, er trägt auch zur Versorgungssicherheit des Stromnetzes bei: Gerade große Vögel, wie Störche, Eulen oder Greifvögel erleichtern sich oftmals beim Start von einem Masten oder einer Leitung. Der etwas unappetitliche Fachbegriff dafür nennt sich Kotstrahl. Es besteht die Möglichkeit, dass so ein Strahl auf einem Isolator landet und es irgendwann zu einer Erdung kommt, wenn die Distanz zwischen Leitung und Mast überbrückt wird. Ein kurzzeitiger Kurzschluss ist die Folge.

 

Deshalb rüstet das Bayernwerk in seinem Netzgebiet über 100.000 Masten für den Vogelschutz um. Bis 2018 wendet der größte regionale Netzbetreiber des Freistaats dafür rund 50 Millionen Euro auf.

 

In den Beiträgen von Sat 1 Bayern und Donau TV gibt es die spektakuläre Aktion auf Video zu sehen.

 

Weitere Infos gibt es auch unter www.bayernwerk.de/vogelschutz

Text: Stephan Beimler