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Speicher im Fokus

Speicher im Fokus

Energie vor Ort erzeugen und selbst verbrauchen: Wie Speicher dazu beitragen, dass Kommunen den eigenen Strom effizienter nutzen und dadurch ihre Kosten senken, erfuhren die Teilnehmer beim Treffen des Energieeffizienz-Netzwerks Franken.

2017 gründete sich das Energieeffizienz-Netzwerk Franken auf Initiative des Bayernwerks. Das Ziel: Vertreter von Kommunen tauschen sich persönlich und praxisnah aus, um den Energieverbrauch vor Ort zu reduzieren und die Energiebilanz zu verbessern. Im November 2019 war es wieder soweit: Die Netzwerkteilnehmer aus Aidhausen, Dittelbrunn, Haibach, Sailauf, Waldaschaff, Marktheidenfeld und Höchstadt an der Aisch trafen sich im Bayernwerk-Kundencenter in Fuchsstadt. Fachlich begleitet wurde das Treffen von Professor Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden.

Einsparpotenziale finden

Kläranlagen, Schulen, Straßenbeleuchtung, Schwimmbäder und kommunale Gebäude benötigen Energie und verursachen entsprechend Kosten. Wie können Kommunen diese Kosten senken? Durch eine höhere Nutzung von selbst erzeugtem Strom, lautete Brautschs Antwort. „Viele Kommunen haben weiterhin ein hohes Potenzial für den Einsatz von PV-Anlagen. Dabei gewinnen innovative Vermarktungsmodelle wie Mieterstrom oder Arealnetze an Bedeutung“, erklärte er. Außerdem habe die klassische Volleinspeisung ins allgemeine Stromnetz an Attraktivität verloren. Er fügte hinzu, dass die gesetzliche Einspeisevergütung nach 20 Jahren für die ersten PV- und Biogas-Anlagen ende und noch ungewiss sei, ob die Anlagen über die Förderfrist hinaus rentabel weiterbetrieben werden können.

Mehr Eigenverbrauch

Um den Eigenverbrauch von Strom zu erhöhen, sind Speicher ratsam. „Für die Wirtschaftlichkeit von Speicherlösungen müssen die Größe des Speichers und die Leistung der jeweiligen Erzeugungsanlage fachmännisch abgestimmt sein“, betont Christopher Reith, Spezialist für Speicherlösungen vom Bayernwerk. Dafür verglich er einen Kindergarten, eine Kläranlage, eine Mittelschule und ein Straßenbeleuchtungsprojekt – jeweils mit und ohne Speicher – um zu analysieren, wie autark diese bei einem Stromausfall sind. Die Notstromfunktion von Speichern stellte sich dabei als großer Vorteil für Kommunen heraus: IT- und Kommunikationssysteme oder Kläranlagen, das Pumpwerk oder die Straßenbeleuchtung blieben in Betrieb.

Die Energieeffizienz steigern

Getragen wird das Energieeffizienz-Netzwerk von der Bayernwerk Natur GmbH und der Bayernwerk Netz GmbH. Als es gegründet wurde, setzten die Vertreter der Kommunen gemeinsame Ziele fest: Bis 2020 wollen sie ihren Stromverbrauch und ihren witterungsbereinigten Wärmeverbrauch im Vergleich zum Basisjahr 2016 um sechs Prozent senken. Zum Vergleich: Die EU-Effizienzrichtlinie sieht eine jährliche Einsparung von 1,5 Prozent vor.