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180 Tonnen für die Energiewende

180 Tonnen für die Energiewende
Einer von drei neuen Trafos im Umspannwerk Föhrenwald wurde Ende November 2023 geliefert (Foto: Johanna Härtl/Bayernwerk Netz GmbH).

Das Bayernwerk hat drei neue Transformatoren (Trafos) von jeweils 60 Tonnen im Umspannwerk Föhrenwald in Oberbayern installiert. Ihre Leistung von insgesamt 120 Megavolt-Ampere macht die Region ab 2024 fit für die Einspeisung erneuerbarer Energien.

Der zweite neue Trafo kam Ende November früh morgens per Schwertransport am Umspannwerk Föhrenwald an. Im Anschluss wurde er von Mitarbeitern einer Spezialfirma in Präzisionsarbeit auf Schienen vom LKW-Anhänger auf das Fundament gezogen. „Wir ließen den Trafo schon im Morgengrauen an das Umspannwerk liefern, damit der Schwertransport nachts, bei wenig Verkehr den Weg von der Autobahn zum Umspannwerk nehmen konnte. So entstand tagsüber keine Beeinträchtigung für den Straßenverkehr“, erklärt der beim Bayernwerk zuständige Projektleiter, Eugen Keksel. Anfang Dezember folgten Transport und Montage des dritten und letzten neuen Trafos im Umspannwerk Föhrenwald. Danach wurden die Anschlusskerzen mithilfe eines Krans auf den Trafos montiert, über die sie mit dem Stromnetz verbunden werden.

Mit Fingerspitzengefühl platziert

Ein Trafo bringt mit rund 60 Tonnen ungefähr so viel Gewicht auf die Waage wie zehn Elefanten. Daher ist bei der Lieferung und Platzierung der großen Geräte höchste Konzentration und Fingerspitzengefühl gefordert. „Das Rangieren des Schwertransporters und das Justieren des Trafos an seinen neuen Platz im Umspannwerk ist Präzisionsarbeit“, erläutert Eugen Keksel. Jeder der drei neuen Trafos im Umspannwerk Föhrenwald hat eine Leistung von 40 Megavolt-Ampere. In Summe entsteht so eine Leistung von 120 Megavolt-Ampere für die Einspeisung erneuerbarer Energien im erneuerten Umspannwerk. Zum Vergleich: Die zwei momentan verbauten Trafos, Baujahr 1961, haben eine Leistung von jeweils 31 Megavolt-Ampere. Sie haben mittlerweile das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht. Mit dem Umbau des Umspannwerks wird die Anlage also moderner und rund doppelt so leistungsfähig wie bisher – und kann deutlich mehr regional erzeugte erneuerbare Energie im Netz verteilen. Die Kosten für die Erweiterung liegen insgesamt bei rund 8,5 Millionen Euro. Davon entfallen rund 2,2 Millionen Euro auf die drei neuen Trafos.

Trafos: die Scharniere im Stromnetz

Der Trafo ist zentraler Bestandteil eines Umspannwerks. Er dient im Verteilnetz dazu, Strom von der Hochspannung auf die Mittelspannung umzuwandeln. Der Trafo fungiert als Scharnier im Stromnetz. „In welcher Spannungsebene Strom fließt, ist zum Beispiel abhängig von der Leistung und der Entfernung, die überbrückt werden muss“, führt Eugen Keksel aus. Die Hochspannungsleitungen sind die Verknüpfungen im regionalen Stromnetz zwischen Städten und Gemeinden. Leitungen der Mittelspannungsebene verteilen den Strom lokal zwischen einzelnen Ortschaften. Im Umspannwerk werden die Spannungsebenen der Hoch- und Mittelspannung über Transformatoren miteinander verbunden und die unterschiedlichen Netzbereiche verknüpft. Damit lokale Erzeugungsanlagen, zum Beispiel Photovoltaik-Anlagen auf Hausdächern, in das Stromnetz einspeisen können, braucht es leistungsfähige Transformatoren in den Umspannwerken. Sie bündeln den dezentral erzeugten Strom und sorgen dafür, dass er großflächig verteilt werden kann. Damit die Energiewende gelingt, erweitert das Bayernwerk in seinem ganzen Netzgebiet zahlreiche Umspannwerke mit zusätzlichen Transformatoren.

Inbetriebnahme im Frühling 2024 geplant

Derzeit befinden sich die Bauarbeiten auf dem Umspannwerksgelände in Waldram in den letzten Zügen: Ein neues Gebäude ist errichtet, in dem die drei neuen Transformatoren Platz finden. Der erste wurde bereits im Herbst 2022 angeliefert. Und auch die neuen Schaltanlagen für die Mittelspannung und Hochspannung sind fertiggestellt. Bisher standen die Transformatoren und Schaltanlagen des Umspannwerks unter freiem Himmel, die neue Technik wird hingegen kompakt und sicher in einem Gebäude eingebaut. Vor der Inbetriebnahme, die für Frühling 2024 geplant ist, wird die gesamte Anlage noch technischen Prüfungen und Tests unterzogen. Das moderne Umspannwerk wird künftig in hohem Maß automatisiert betrieben und über Digitaltechnik überwacht und gesteuert. Bayernwerk-Mitarbeitende in den Netzleitstellen können dann die Betriebszustände per Fernsteuerung überwachen und bei Bedarf anpassen.