Am 26. Juli 2012 ist die Systemstabilitätsverordnung (SysStabV) für Photovoltaikanlagen in Kraft getreten. Mit dieser Verordnung verpflichtet der Gesetzgeber die Netzbetreiber, einen großen Teil der PV-Anlagen zur Sicherstellung der Systemstabilität umzurüsten. Die Verordnung verpflichtet aber auch die Betreiber von PV-Anlagen, ihren Netzbetreiber bei der Umrüstung ihrer PV-Anlage zu unterstützen. Kommen Sie als Anlagenbetreiber Ihrer Mitwirkungspflicht nicht nach, kann die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) entfallen.

Damit wir einen Überblick über die bei Ihnen eingesetzte Technik erhalten, benötigen wir Ihre Unterstützung. Dazu wird denjenigen Anlagenbetreibern, deren Anlagen gemäß SysStabV umgerüstet werden müssen, ein Fragebogen mittels eines Online-Portals zur Verfügung gestellt.

Bitte füllen Sie diesen Fragebogen vollständig aus und übermitteln Sie Ihn uns innerhalb der per Verordnung vorgegebenen Frist von 4 Wochen. Sollten Ihnen die von uns benötigten Informationen nicht oder nur teilweise zur Verfügung stehen, wenden Sie sich bitte an Ihren Elektroinstallateur. 

Nach Rücksendung des vollständig ausgefüllten Fragebogens werden wir diesen auswerten und die weiteren Schritte für die Umrüstung Ihrer PV-Anlage in die Wege leiten. Dies kann jedoch einige Zeit (in der Regel mehrere Wochen) in Anspruch nehmen. Bevor die Umrüstung Ihrer Anlage erfolgt, werden wir oder ein von uns beauftragter Dienstleister uns wieder frühzeitig mit Ihnen in Verbindung setzen.

Wichtige Fragen und Antworten zur Nachrüstung Ihrer Photovoltaikanlage

In den letzten Jahren hat die Einspeisung von Strom aus dezentralen Energieerzeugungsanlagen – insbesondere von Photovoltaikanlagen – erheblich zugenommen. In der Vergangenheit sollten sich Photovoltaikanlagen bei Erreichen einer Frequenz von 50,2 Hz unverzüglich abschalten. Im Extremfall wird dadurch aber heute eine Leistung von mehreren Gigawatt vom Netz getrennt. Dadurch entsteht ein Risiko für den sicheren und stabilen Netzbetrieb. Um das hohe Maß an Versorgungssicherheit weiterhin zu gewährleisten, wurden gemeinsam von der Bundesregierung, den Netzbetreibern und den betroffenen Verbänden Maßnahmen zur Umrüstung von Photovoltaikanlagen erarbeitet.

Nachgerüstet werden müssen Wechselrichter und – falls vorhanden – ein Gerät zum Entkupplungsschutz. Wir sind als Netzbetreiber verpflichtet, die Nachrüstungsmaßnahmen auszuschreiben, das qualifizierte Personal zu beauftragen und fristgerecht die Nachrüstung der betreffenden Anlagen erfolgreich durchzuführen. Damit wir einen Überblick über die bei Ihnen eingesetzte Technik erhalten, bitten wir Sie, den Fragebogen – der den betroffenen Anlagenbetreibern zur Verfügung gestellt wird – vollständig ausgefüllt an uns zu übermitteln.

Gemäß der Systemstabilitätsverordnung müssen folgende Photovoltaikanlagen nachgerüstet werden:

Photovoltaikanlagen, die am Niederspannungsnetz angeschlossen sind, mit einer installierten Leistung

  • von mehr als 10 kWp, die nach dem 31.08.2005 und vor dem 1.1.2012 in Betrieb genommen wurden.
  • von mehr als 100 kWp, die nach dem 30.04.2001 und vor dem 1.1.2012 in Betrieb genommen wurden.

Photovoltaikanlagen, die am Mittelspannungsnetz angeschlossen sind, mit einer installierten Leistung von mehr als 30 kWp, die nach dem 30.4.2001 und vor dem 1.1.2009 in Betrieb genommen wurden.

Dabei gelten mehrere Anlagen auf einem Grundstück als eine Anlage, wenn Sie innerhalb von 12 aufeinanderfolgenden Kalendermonaten errichtet wurden, unabhängig von den Eigentumsverhältnissen.

Bitte übermitteln Sie uns den Fragebogen so schnell wie möglich zurück. Gemäß Verordnung müssen Sie den Fragebogen spätestens drei Wochen nach Erhalt vollständig ausgefüllt an uns übermitteln. Wenn wir den Fragebogen nicht bis zum Ablauf dieser 4-Wochen-Frist erhalten haben, sind wir gesetzlich verpflichtet, die Vergütung gemäß EEG auszusetzen.

Nachzurüsten sind

  • Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kWp bis zum 31.8.2013,
  • Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 30 kWp bis zum 31.5.2014 und
  • Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 10 kWp bis zum 31.12.2014.

Um Ihren genauen Umrüstungstermin zu vereinbaren, wird sich eine von uns beauftragte Firma frühzeitig mit Ihnen in Verbindung setzen. Der Termin wird Ihnen mindestens drei Wochen im Voraus schriftlich durch die beauftragte Firma mitgeteilt. Können Sie den vorgeschlagenen Termin nicht wahrnehmen, haben Sie die Möglichkeit, bis spätestens eine Kalenderwoche vor dem Terminvorschlag einen neuen Zeitpunkt vorzuschlagen. Dieser darf maximal drei Wochen nach dem ursprünglich vorgeschlagenen Termin liegen.

Diese Pflicht beinhaltet unter anderem die Übermittlung des vollständig ausgefüllten Fragebogens sowie das Zustandekommen eines Termins zur Umrüstung innerhalb der genannten Fristen.

Die Umrüstung der betroffenen Wechselrichter und gegebenenfalls der vorhandenen Entkupplungsschutzeinrichtung(en) ist für Sie kostenlos, es sei denn, Sie möchten von Ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und selbst eine Firma für die Nachrüstung vorschlagen. Gemäß der Systemstabilitätsverordnung muss diese jedoch von uns als Netzbetreiber beauftragt werden. Die gegebenenfalls durch diesen Auftrag entstehenden Mehrkosten – gegenüber der Beauftragung einer anderen Firma durch uns – müssen Sie selbst tragen. Wenn Sie dieses Wahlrecht ausüben möchten, benennen Sie uns bitte im Fragebogen die gewünschte Firma. Hierbei müssen Sie uns nachweisen, dass es sich um eine Elektrofachkraft handelt und diese die entsprechenden wechselrichterspezifischen Spezialkenntnisse zur 50,2-Hz-Umrüstung besitzt.

Weitere Informationen
Für weitere Fragen zur Nachrüstung Ihrer Anlage wurden in Zusammenarbeit mit dem Bundesumweltministerium, dem Bundeswirtschaftsministerium, den Netzbetreibern, dem Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. (VDE), dem BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) und dem Bundesverband Solarwirtschaft e. V. Antworten erarbeitet, die Sie unter http://www.solarwirtschaft.de/betreiber.html oder www.bdew.de/50-2Hz oder www.zveh.de/50-2-hz einsehen können.

Bei Fragen
Bei Fragen bezüglich Anlagen > 100 kWp stehen wir Ihnen zu den üblichen Geschäftszeiten zur Verfügung:

T 09 41-2 01-71 80

F 09 41-2 01-71 23 oder 09 41-2 01-76 55

E-Mail: 50-2Hz@bayernwerk.de

Da wir die Firma regiocom GmbH in Magdeburg für das Anschreiben der Anlagenbetreiber mit Anlagen < 100 kWp beauftragt haben, wenden Sie sich bitte bei Fragen basierend auf dieser Anlagengröße an die auf dem Anschreiben angegebene Hotline.

Wir bedanken uns bereits heute für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung.