FAQ

1. Allgemeines zur neuen Einspeiseabrechnung

Wir haben unsere Einspeiserabrechnung zu Beginn des Jahres 2016 vollständig überarbeitet. Nicht relevante Informationen haben wir aus den Abrechnungen entfernt. Dafür sind neue Elemente, bspw. zur besseren Nachvollziehbarkeit, hinzugekommen.

In mehreren Gesprächen mit unseren Kunden wurde deutlich, dass wir unsere Abrechnung noch verbessern können. Sie soll verständlicher und nachvollziehbarer werden. Ihre Anmerkungen haben wir sehr ernst genommen und umgesetzt:

Unsere Abrechnung wurde für Sie neu entwickelt und gestaltet.

In den bisherigen Abrechnungen waren Ihre Guthaben mit einem negativen Vorzeichen versehen. Durch die Dialoge mit Betreibern haben wir das Feedback bekommen, dass die Guthaben in Zukunft ein positives Vorzeichen erhalten sollen. Diesem Wunsch sind wir nachgekommen und haben die Vorzeichenverwendung in den neuen Einspeiserabrechnungen umgekehrt.

Die Kapitelstruktur haben wir erweitert, deutlicher gekennzeichnet und z.T. neu sortiert. So finden Sie folgend auf das Deckblatt eine neue Detailübersicht. Hier finden Sie steuerrechtliche Informationen, die wir aus Gründen der Übersicht von dem Deckblatt entfernt haben. Neu hinzugekommen ist die Anlagenübersicht, welche Ihnen einen Überblick über die in der vorliegenden Abrechnung berücksichtigten Anlagen liefert. Bisher waren Sie es gewohnt, dass vor der Übersicht der einzelnen Vergütungsbestandteile die Mengenermittlung angegeben war. Dies haben wir auf mehrfachen Betreiberwunsch geändert. Nun finden Sie direkt nach der Detailübersicht in Kapitel 2 die Vergütungsbestandteile und darauf folgenden in Kapitel 3 eine detaillierte Darstellung, wie sich die einzelnen Mengen errechnen. Die Kontoübersicht auf der letzten Seite wurde ebenfalls überarbeitet und besitzt für Sie nun werthaltige Informationen zu offenen Posten oder bereits geleisteten Zahlungen.

Neben der neuen Struktur haben wir an mehreren Stellen auch grafische Elemente eingebunden. Diese können beispielsweise komplexe Abrechnungsvarianten darstellen und verständlicher aufbereiten. Sofern für Ihre Abrechnungsvariante Grafiken vorgesehen sind, können Sie diese im Kapitel Mengenermittlung finden.

2. Allgemeines zur Einspeisung

2.1.1 Standardlastprofil (SLP)
 

Anlagen mit einer installierten Leistung bis zu 100 kW erhalten in der Regel diese Messvorrichtung. Es wird zum 31.12. jeden Jahres eine Abrechnung mit dem Zeitraum vom 01.01. – 31.12. erstellt. Der Anlagenbetreiber sollte bis spätestens zum 28.02. des Folgejahres die Zählerstände zum Stichtag 31.12. mitteilen, damit die Abrechnung zeitnah erstellt werden kann. Jeder Anlagenbetreiber erhält zur Mitteilung des Zählerstandes an den Verteilnetzbetreiber (VNB) eine Ablesekarte. Sollte dies nicht der Fall sein, so kann der Anlagenbetreiber die Zählerstände auch selbstständig an den VNB mitteilen.

2.1.2 Registrierte Lastgangmessungen (RLM)
 

Eine registrierende Lastgangmessung ist ein Messvorgang, der nach dem EEG bei Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kW verbaut sein muss. Eine spezielle Messeinrichtung ermittelt in einem Intervall von 15 Minuten einen Leistungswert. Die Gesamtheit aller Leistungswerte über eine Messperiode wird Lastgang genannt. In regelmäßigen Abständen werden diese Lastgänge an den Verteilnetzbetreiber (VNB) direkt über die Stromleitung, das Mobilfunknetz oder einen Internetanschluss übermittelt. Die Abrechnung erfolgt monatlich.

Im Sinne des EEG ist die „Bemessungsleistung“ einer Anlage der Quotient aus der Summe der in dem jeweiligen Kalenderjahr erzeugten Kilowattstunden und der Summe der zur Verfügung stehenden Zeitstunden des jeweiligen Kalenderjahres. Diese berechnet sich aus der Stundenzahl eines Kalenderjahres (8.760 Stunden, im Schaltjahr 8.784 Stunden) abzüglich der vollen Stunden vor der erstmaligen Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien oder aus Grubengas durch die Anlage oder nach endgültiger Stilllegung der Anlage.

Für die monatlichen Abrechnungen wird immer die Bemessungsleistung auf den gesamten in diesem Kalenderjahr abgerechneten Zeitraum ermittelt. In der Aprilabrechnung  wird beispielsweise die erzeugte Energie aus Januar bis einschließlich April durch die Summe der Stunden in diesem Zeitraum geteilt.

Die Zeitumstellungen zwischen Winter- und Sommerzeit sind im März (- 1 Stunde) und im Oktober (+ 1 Stunde) zu berücksichtigen. Wie aus der folgenden beispielhaften Abbildung hervor geht, besitzt die Bemessungsleistung im Jahresverlauf eine natürliche Schwankung, welche sich aufgrund des Anlagenbetriebs ergibt.

Werden die Energiemengen mehreren Anlagen des gleichen Energieträgers an einer Übergabemessung erfasst, dann wird die Gesamtmenge im Verhältnis der Anlagenleistungen auf die angeschlossenen Einzelanlagen verteilt. Eine Ausnahme stellt dabei jedoch Windenergie dar: Wenn mehrere Windenergieanlagen an einer gemeinsamen Messung angeschlossen sind, wird der Aufteilungsfaktor einer einzelnen Windenergieanlage berechnet, indem der Referenzertrag dieser Windenergieanlage durch die Summe der Referenzerträge des gesamten Windparks dividiert wird. Bei jeder neu angeschlossenen Anlage wird der Aufteilungsfaktor für den gesamten Windpark tagesscharf neu berechnet. Der gesamte Faktor darf nicht größer oder kleiner 1 sein, d.h. nicht größer oder kleiner 100%.

Direktvermarktung bedeutet, die Veräußerung der erzeugten Energie an einen Drittanbieter. Eine Direktvermarktung ist ausschließlich nur über Messeinrichtungen möglich, jedoch beispielsweise nicht mit einzelnen Windenergieanlagen unter einer Messung. Für die Übermittlung der Lastgangdaten an den Drittanbieter wird ein sogenannter Tranchenzählpunkt angelegt, welcher der Marktkommunikation dient und  durch den Netzbetreiber vergeben wird. Dieser wird mit dem Zusatz DV1 ab der 14. Stelle gekennzeichnet und ist auf der Abrechnung unter dem Punkt 1. Detailübersicht, Abschnitt B. Anlagenübersicht zu finden.
Über diesen Tranchenzählpunkt wird 100% der Gesamterzeugung an den Drittanbieter übermittelt.

Durch das EEG 2017 wurden folgende Verpflichtungen eingeführt:

  • Anlagen ab einer Leistung von 500 KW müssen seit dem 01. August 2014 in die Direktvermarktung wechseln.
  • Ab dem 01. Januar 2016 wurde diese Grenze weiter hinunter gesetzt, sodass ab diesem Datum Anlagen mit einer Leistung von 100 KW in die Direktvermarktung wechseln müssen.

Bestandsanlagen, welche vor dem 01. August 2014 in Betrieb waren, gelten diese Verpflichtungen nicht. Diese können weiterhin monatlich zwischen Direktvermarktung nach Marktprämienmodell und der fixen Einspeisevergütung vom Netzbetreiber wählen.

Wenn die Voraussetzungen zur Direktvermarktung nicht erfüllt werden, muss mit Sanktionen gerechnet werden.


2.4.1 Teildirektvermarktung
 

Unter Teildirektvermarktung wird die Direktvermarktung einer Messeinrichtung bei mehreren Lieferanten verstanden. Für die Übermittlung der Lastgangdaten an die jeweiligen Drittanbieter werden sogenannte Tranchenzählpunkte angelegt, welche der Marktkommunikation dienen und durch den Netzbetreiber vergeben werden. Diese werden mit dem Zusatz DV1, bei einer Teildirektvermarktung ggf. DV2 u.f. ab der 14. Stelle gekennzeichnet. Zu finden sind diese auf der Abrechnung unter dem Punkt 1. Detailübersicht, Abschnitt B. Anlagenübersicht.

Bsp.: bei Teildirektvermaktung 50% Drittanbieter 1, 50% Drittanbieter 2
Es müssen in diesem Fall zwei Tranchenzählpunkte existieren
DV1 = Drittanbieter 1, DV2 = Drittanbieter 2
Jeweils werden über die Tranchenzählpunkte 50% der Gesamterzeugung an den Drittanbieter übermittelt.
 

2.4.2 Fernsteuerbarkeitsbonus
 

Die Fernsteuerbarkeit ist seit dem 01. August 2014 verpflichtend. Hintergrund ist, dass nicht nur der Netzbetreiber die Möglichkeit haben soll, Anlagen zu regeln, sondern auch der Direktvermarkter.

Bei Bestandsanlagenwird dies im § 100 Abs. 2 Nr. 8 EEG 2017 (§ 100 Abs. 1 Nr. 8 EEG 2014) geregelt. In der Direktvermarktung nach Marktprämienmodell werden somit die Grundvergütung und der Zuschlag nach § 100 Abs. 2 Nr. 8 EEG 2017 (§ 100 Abs. 1 Nr. 8 EEG 2014) addiert. Von dem Ergebnis wird dann der Marktwert abgezogen.

Anlagen, die nach dem 01. August 2014 in Betrieb genommen wurden, erhalten diesen Bonus nicht mehr. Hier wird in der Direktvermarktung nach Marktprämienmodell ausschließlich der Marktwert von dem anzulegenden Wert abgezogen.

3. Photovoltaikabrechnung

Für Photovoltaikanlagen mit einer Inbetriebnahme ab dem 01.01.2009 besteht die Möglichkeit einer finanziellen Förderung des separat gemessenen Selbstverbrauchs. Zunächst lag die Fördergrenze bei Anlagen mit einer installierten Leistung bis 30 kWp. Ab dem 01.07.2010 war durch Änderungen im Erneuerbare-Energien- Gesetz der geförderte Selbstverbrauch für Neuanlagen bis zu 500 kWp zugelassen. Der geförderte Selbstverbrauch wurde mit der Novellierung des EEG zum 31.12.2011 für Neuanlagen gestrichen.

Das Marktintegrationsmodell wurde mit der Novellierung des EEG im Jahr 2012 eingefügt. In §33 wurde festgelegt, dass nur noch 90% der erzeugten Strommenge eine Förderung nach den EEG-Einspeisetarifen erhalten kann. Die übrigen 10% sollten zunächst selbst verbraucht werden. Für die über der Fördergrenze eingespeiste Energie kann nach dem Marktintegrationsmodell lediglich der entsprechende Börsenmarktwert vergütet werden.

In den neuen Einspeiserabrechnung wird das Marktintegrationsmodell mit der folgenden Grafik dargestellt:

Bei diesem Beispiel wurde die maximal förderfähige Einspeisemenge nicht überschritten. Eine Reduzierung auf den Marktwert ist daher nicht erforderlich.

Bei diesem Beispiel wurden 100% der erzeugten Menge auch eingespeist, sodass 10% mit dem Marktwert vergütet werden müssen.

Mit der EEG Novelle 2014 wurde das Marktintegrationsmodell für Neuanlagen zum 01.08.2014 gestrichen.

Unter bestimmten Umständen kann zur Ermittlung der Vergütung Ihrer Anlage eine weitere Anlage relevant sein. Geregelt ist dies in § 24 EEG 2017 „Zahlungsansprüche für Strom aus mehreren Anlagen“.
Unter den Voraussetzungen, dass...

  • „die Anlagen sich auf demselben Grundstück, demselben Gebäude, demselben Betriebsgelände oder sonst in unmittelbar räumlicher Nähe befinden“
  • „die Anlagen Strom aus gleichartigen erneuerbaren Energien erzeugen“
  • für den in den Anlagen erzeugte Strom  Anspruch nach § 19 Absatz 1 in Abhängigkeit von der Bemessungsleistung oder der installierten Leistung besteht“
  • die Anlagen „innerhalb von zwölf aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in Betrieb genommen worden sind“

werden mehrere Anlagen „zum Zweck der Ermittlung des Anspruchs nach § 19“ als eine Anlage angesehen. Umgesetzt wird diese Gesetzesvorschrift durch die sukzessive Anlagenzusammenfassung. Sukzessiv deshalb, da die Generatoren sukzessiv (d.h. in der Reihenfolge der Inbetriebnahme) die verfügbaren Vergütungszonen auffüllen.

In den neuen Einspeiserabrechnungen werden solche Anlagenzusammenfassungen mit der folgenden Grafik dargestellt:

 


Daraus geht hervor, dass die 1. Vergütungszone bereits durch die 1. Anlage ausgeschöpft wird. Für Anlage 2 steht daher nur noch ein Anteil in der 2. Vergütungszone zur Verfügung.

4. Windabrechnung

Für Sie als Betreiber von Windkraftanlagen bringen die neuen Einspeiserabrechnungen eine erhebliche Reduzierung der Seitenzahl mit sich. Wie haben wir das erreicht?

Zum einen nutzen wir den vorhandenen Platz besser aus. Wir bilden mehrere Anlagen auf einer Seite ab, sodass wir weniger leere Flächen produzieren.

Zum anderen erhalten Sie mit den neuen Einspeiserabrechnungen künftig eine monatliche Abrechnungssicht. Für die Monate Januar – November wird jeweils nur der aktuelle Monat dargestellt. Somit sparen wir in der Abrechnung die platzraubende Darstellung der monatlichen Marktwerte, welche durch die Abrechnung mehrerer Windkraftanlagen noch potenziert wird. Am Jahresende erhalten Sie wie gewohnt eine zusammenfassende Übersicht des gesamten Jahres.

Sofern Korrekturen in den Vormonaten darzustellen sind, wird dies über neue Korrekturzeilen gelöst. Am Beispiel eines fehlerhaften Marktwerts für den Monat Juli würde die Korrektur wie folgt aussehen.

Anlage 2
Grundvergütung EEG 372.000 8,93 33.219,60
Systemdienstleistungsbonus 372.000 0,48 1.785,60
Marktwert 372.000 - 2,959 - 11.007,48
Abzug fehlerhafter Marktwert (01.07.-31.07.) - 408.736 - 2,956 11.959,62
Korrigierter Marktwert (01.07.-31.07.) 408.736 - 3,097 - 12.658,55
Zuschlag § 100 Abs. 1 Nr. 8 EEG 372.000 0,40 1.488,00
II. Marktprämie 24.786,79

 

Der Systemdienstleistungsbonus ist in der Systemdienstleistungsverordnung (SDLWindV) geregelt. Dieser Bonus wird Anlagen gewährt, welche den technischen Anforderungen der SDLWindV entsprechen. Diese Anforderungen an die Betreiber von Windenergieanlagen tragen zur Netzstabilität und zu einem Last- und Erzeugungsmanagement bei. Bei Anlagen, welche ab dem 01. August 2014 in Betrieb genommen wurden, entfällt dieser Bonus.

Der Repoweringbonus kann für Windenergieanlagen im Geltungsbereich des EEG 2009 und EEG 2012 vergütet werden.

Im EEG 2012 wird der Repoweringbonus wird für Neuanlagen gewährt, wenn diese eine bereits bestehende Anlage mit erstmaliger Inbetriebnahme vor 01.01.2002 ersetzt. Des Weiteren soll die neue Windenergieanlage mindestens doppelt so viel Leistung erbringen, darf die Anzahl der ersetzten Anlagen nicht überschreiten und muss in demselben oder in einem angrenzenden Landkreis liegen.

Im EEG 2009 muss die ersetzte Windenergieanlage mindestens zehn Jahre vor der neuen Anlage in Betrieb genommen worden sein. Die Leistung der neuen Anlage muss zwischen der doppelten und fünffachen Leistung der ersetzten Anlage(n) betragen. Die Neuanlage muss sich zudem in demselben oder in einem angrenzenden Landkreis liegen.

Bei Windenergieanlagen, die vor dem 01.08.2014 in Betrieb gegangen sind, waren Sie es gewohnt, auf den Abrechnungen die Grundvergütung, sowie bei fernsteuerbaren Windenergieanlagen den Marktwert, sowie den Zuschlag nach § 100 Abs. 2 Nr. 8 EEG 2017 (§ 100 Abs.1 Nr. 8 EEG 2014) ausgewiesen zu bekommen.

Durch die Änderung im EEG 2017 entfällt der Zuschlag nach § 100 Abs. 2 Nr. 8 EEG 2017 (§ 100 Abs.1 Nr. 8 EEG 2014). Des Weiteren wurde die Grundvergütung nach EEG umbenannt in Anzulegender Wert.

5. Biomasseabrechnung

Mit der Novellierung des EEG im Jahr 2014 hat der Gesetzgeber eine maximale Fördergrenze für Biogasanlagen eingefügt. Diese ist für Anlagen mit der Inbetriebnahme vor dem 01.08.2014 in § 101 Abs. 1 EEG 2017 geregelt. Die Fördergrenze ergibt sich in diesen Fällen aus Maximalwert von 95% der installierten Leistung und dem historischen Maximum der jeweiligen Bemessungsleistung.

Die Fördergrenzen nach dem EEG 2014 werden in den neuen Einspeiserabrechnungen mit der folgenden Grafik dargestellt:

Welche Bestandteile für die Einspeisevergütung berücksichtigt werden können, ist abhängig von dem Inbetriebnahmedatum Ihrer Anlage. Die nach dem EEG in den jeweiligen Leistungszonen maximal zu vergütende Menge ermittelt sich in Abhängigkeit der Bemessungsleistung und der eingespeisten Strommenge. Bitte beachten Sie, dass ungeachtet der folgenden Inbetriebnahmedaten, für Ihre Anlage eine Übergangsbestimmung der jeweiligen EEG-Fassung gelten kann.
 

5.2.1 Bis Inbetriebnahme 2011
 

Für Anlagen mit einem Inbetriebnahmedatum bis zum 31.12.2011 können folgende Bestandteile vergütet werden:

  • Grundvergütung
  • KWK-Bonus
  • Formaldehyd-Bonus
  • Technologie-Bonus (T1 = Gasaufbereitung 0 - 350 Nm³/h )
  • NaWaRo-Bonus (Holzvergaser bzw. Pflanzenöl)
  • NaWaRo-Bonus (Holzverbrennung)
  • Trockenfermentations-Bonus
  • Technologie-Bonus (T2 = Gasaufbereitung 350-700 Nm³/h)
  • NaWaRo-Bonus (Biogas)
  • Gülle-Bonus
  • Landschaftspflege-Bonus
  • Technologie-Bonus (T3 = Innovative Anlagentechnik)
     

5.2.2 Bis Inbetriebnahme 07/2014
 

Für Anlagen mit einem Inbetriebnahmedatum bis zum 31.07.2014 können folgende Bestandteile vergütet werden:

  • Grundvergütung (§ 27)
  • Einsatzstoffvergütungsklasse I
  • Einsatzstoffvergütungsklasse II
  • Vergärung von Bioabfällen (§ 27a)
  • Vergärung von Gülle (§ 27b)
  • Gasaufbereitungsbonus (G1 = max. bis 700 Nm³)
  • Gasaufbereitungsbonus (G2 = max 1.000 Nm³)
  • Gasaufbereitungsbonus (G3 = max. 1.400 Nm³)
     

5.2.3 Ab Inbetriebnahme 08/2014
 

Für Anlagen mit einem Inbetriebnahmedatum ab dem 01.08.2014 wird lediglich der „Anzulegende Wert“ in Abhängigkeit der Einspeisemenge vergütet. Darüber hinaus wird nach EEG 2017 jeder Neuanlage mit einer installierten Leistung von >100kW ein pauschaler Flexibilitätszuschlag gewährt.

6. Wasserabrechnung

Wenn Sie ihre Wasserkraftanlage modernisiert haben und Ihrem zuständigen Einspeisebetreuer die notwendigen Nachweise erbracht haben, wird Ihre Anlage ab dem Datum der Ertüchtigung mit dem entsprechenden anzulegenden Wert für das Kalenderjahr der Ertüchtigung vergütet. Diese Vergütung erhalten Sie den Rest dieses Kalenderjahres sowie 20 weitere volle Kalenderjahre. Die Umstellung erfolgt in der Regel rückwirkend, da der Nachweis und die Umstellung meist einige Zeit benötigt.

Eine Ertüchtigungsmaßnahme gilt nicht als neue Inbetriebnahme. Für die Verpflichtung zur Direktvermarktung nach dem EEG 2017 gilt die Anlage weiterhin als Bestandanlage.

7. KWKG-Abrechnung

Im KWKG ist geregelt, dass der Anlagenbetreiber für den eingespeisten Strom eine Vergütung erhält, die sich aus folgenden Bestandteilen zusammensetzt:

  • Vergütung für die eingespeiste Energie
  • KWKG-Zuschlag je nach Art der Anlage und deren installierter Nennleistung
  • vermiedene Netznutzungsentgelte

Die Vergütung für die eingespeiste Energie ist abhängig vom Börsenpreis. Für Anlagen bis 2 MW gilt der durchschnittliche Baseload-Preis des vorangegangenen Quartals als üblicher Preis. Den aktuellen und die vergangenen Quartalspreise können bei Leipziger Strombörse EEX abgerufen werden.

Nach dem KWKG wird auch der Selbstverbrauch, bzw. der Selbstverbrauch durch Dritte mit dem KWKG-Zuschlag befördert. Mit der Novelle de KWKG zum 01.01.16 wird die Förderung auf Anlagen unter 50 kW bzw. auf Anlagen in stromkostenintensiven Unternehmen sowie weiteren Ausnahmen nach dem EEG beschränkt. Diese Zahlung unterliegt auch der Umsatzsteuer.

Die Finanzbehörden haben geregelt, dass unterstellt wird, dass der Selbstverbrauch ebenfalls eingespeist wird und somit mit den drei Komponenten Baseloadpreis, KWKG-Zuschlag und vermiedene Netznutzungsentgelte vergütet wird. Wenn Sie die Einspeisevergütung mit Umsatzsteuer erhalten, wird auch für den Selbstverbrauch Umsatzsteuer gutgeschrieben. Anschließend wird der selbst verbrauchte Strom fiktiv zurück an den Anlagenbetreiber geliefert. Dafür werden Kosten in Höhe des Baseloadpreises und der vermiedenen Netznutzungsentgelte berechnet. Auf diese Rücklieferung müssen wir in jedem Fall Mehrwertsteuer berechnen, auch wenn Sie kein Unternehmer sind und die Einspeisevergütung ohne Umsatzsteuer erhalten.

Große Anlagen (größer 2 MW) und Anlagen mit Einrichtungen zur Abwärmeabfuhr können nicht nur nach den aus den Messgeräten ermittelten Strommengen abgerechnet werden. Hier ist eine jährliche Berechnung der KWK-Netto-Stromerzeugung sowie der KWKG-Nettoeinspeisung erforderlich. Diese ist dem Netzbetreiber und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vorzulegen. Auf der Basis dieser Berechnung werden dann die Zählerwerte korrigiert. Mit der Novelle des KWKG zum 01.01.16 entfällt die Pflicht ein Wirtschaftsprüfertestat vorzulegen.

Anlagen mit Vorrichtungen zur Abwärmeabfuhr besitzen eine technische Einrichtung, welche die Strom- und Nutzwärmeerzeugung entkoppelt. In einer KWK-Anlage führt eine solche Einrichtung die erzeugte Wärme ungenutzt an die Umgebung ab. Die einfachste Einrichtung ist beispielsweise ein Notkühler, der die Wärme ungenutzt an die Umgebungsluft abgibt.

Wenn eine Anlage über eine solche Vorrichtung verfügt, muss das im Zulassungsantrag an das BAFA gemeldet werden. Diese Einrichtung wird dann auch unter Punkt 10 im Zulassungsbescheid eingetragen und so an den Netzbetreiber mitgeteilt.

Wenn nicht die gesamte erzeugte Strommenge als KWK-Stromerzeugung vergütet werden kann, werden die tatsächlich gemessenen Werte für Einspeisung und Selbstverbrauch mit dem Quotienten aus Wärmerzeugung und Nutzwärme multipliziert. Wenn z.B. nur 95% der erzeugten Wärme tatsächlich genutzt wurden, erhalten Sie auch nur 95% der tatsächlich gemessenen Einspeisung bzw. des Selbstverbrauchs nach dem KWKG vergütet.

8. Vermeidungsarbeit und Vermeidungsleistung

Gesetzliche Grundlage für die Vergütung der Vermeidungsarbeit und Vermeidungsleistung ist §18 Absatz 3 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV). Zur Veranschaulichung dient folgende Grafik:

In einem nachgelagerten Netz gibt es dezentrale Einspeiseanlagen. Dadurch verringert sich für das nachgelagerte Netz der Strombezug aus dem vorgelagerten Netz 1. Dieser Einspareffekt wird in Form von Vermeidungsarbeit und Vermeidungsleistung an die Einspeiseanlagen weitergegeben. Sofern in dem nachgelagerten Netz ein Einspeiseüberschuss (Einspeisung > Verbrauch) besteht, wird dieser Überschuss in das vorgelagerte Netz übergeben (Rückspeisung). Für das vorgelagerte Netz 1 verringert sich dadurch der Strombezug aus dem vorgelagerten Netz 2. Dieser Einspareffekt wird an das nachgelagerte Netz und dort an die Einspeiseanlagen weitergegeben.

Die Vermeidungsleistung ist die Differenz zwischen der zeitgleichen Jahreshöchstlast aller Entnahmen aus der Netz- oder Umspannebene und der maximalen Bezugslast dieses Jahres aus der vorgelagerten Netz- oder Umspannebene in Kilowatt.