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Der Anteil von Windkraft soll 2021 bis zu zehn Prozent am Stromverbrauch Bayerns betragen. Diplom-Ingenieur Matthias Schmuderer vom Bayernwerk-Partner enerbasics unterstützt Kommunen dabei mit einem Modell für Bürgerbeteiligung und Ästhetik.

Konsens, Transparenz oder Integration sind notwendig, um die Windkraft in Bayern ausbauen zu können. Spätestens durch den Windenergie-Erlass der Bayerischen Staatsregierung aus dem vergangenen November ist klar, dass diese erneuerbare Energie eine immer stärkere Rolle spielen wird. Bei der Umsetzung der ehrgeizigen Ziele ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn jeder ist für Windkraft nach dem Motto: Bitte nicht bei uns.

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Bayern macht mehr Wind

Der Windenergie-Erlass sieht vor, dass der Anteil am Stromverbrauch Bayerns von 0,7 Prozent auf bis zu zehn Prozent im Jahr 2021 gesteigert wird. Dafür sollen zu den aktuell rund 450 Windkraftanlagen 1.000 bis 1.500 neue entstehen. Erleichtert wird das Vorhaben durch geänderte Rahmenbedingungen. Doch die Windenergie ist ein sehr facettenreiches Thema. Neben technischen, wirtschaftlichen und politischen Aspekten muß auch die Wirkung auf den Menschen berücksichtigt werden. Es ist kein Geheimnis, dass die Windkraft die augenfälligste Form der erneuerbaren Energien ist. Deshalb müssen die Windräder auch ästhetisch in die Umgebung eingebunden werden.

Strategische Beratung

An dieser Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Ökologie und Öffentlichkeit arbeitet enerbasics. Das Unternehmen unterstützt unter anderem Kommunen und Bürger, die sich für Windkraftanlagen interessieren. Die erste Aufgabe liegt dabei zunächst einmal in einer moderierenden und aufklärenden Funktion.
Diplom-Ingenieur Schmuderer: "Es bringt nichts, die Windkraft um jeden Preis zu wollen oder mit aller Macht zu verhindern. Man muss unvoreingenommen herangehen. An manchen Standorten macht es Sinn und an anderen nicht." Hier hilft die strategische Beratung weiter, denn eine Musterlösung gibt es noch nicht.

Um die Menschen direkt an der Energiewende zu beteiligen, hat enerbasics auch in Kooperation mit Bayernwerk ein Modell für Energie- und Bürgergenossenschaften entwickelt. Hier können sich die Bürger gemeinsam mit den Kommunen, örtlichen Banken und Energieversorgern an verschiedenen Projekt-Gesellschaften beteiligen. Denn wenn die Einwohner in den Meinungsbildungsprozess integriert sind, haben sie auch eine höhere Akzeptanz für die Windanlagen.

Der Vorteil der Energiegenossenschaften ist, dass der Bürgerwille mit dem technischen und wirtschaftlichen Know-how verbunden werden kann. Wenn beispielsweise eine Windkraftanlage technisch zwar höher gebaut werden könnte, aber damit nicht mehr ins Ortsbild passt, ist es besser, auf Rendite zu verzichten und auf eine kleinere Windanlage zu setzen. Das Gesamtbild muss stimmen.

Im Einklang mit der Landschaft

Die Bürger müssen sich mit den Anlagen identifizieren und die Windräder ins Erscheinungsbild der Landschaft passen. Die Energiewende gelingt am besten mit dem Mut, sich kreativ weiterzuentwickeln und dabei eine Kultur des positiven konsensualen Denkens zu finden.

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Zur Person:
Matthias Schmuderer leitete nach dem Studium des Maschinenbaus an der TU München ein Projekt zur Entwicklung einer Wärmepumpe. Nach Stationen in der Energiewirtschaft und Unternehmensberatung bündelt er seit 2010 seine Aktivitäten in einem eigenen Ingenieurbüro, der enerbasics Matthias Schmuderer.