Biogas hat das Potenzial einen wesentlichen Beitrag zur Senkung der CO2- Emissionen zu leisten.
Bestehende Biogasanlagen verstromen i.d.R. das produzierte (Roh-) Biogas vor Ort in Blockheizkraftwerken (BHKWs). Die beim Verstromungsprozess entstehende Abwärme wird häufig jedoch nur unzureichend genutzt, da geeignete Wärmeverbraucher am Ort der Erzeugung (ländliche Gebiete) fehlen.

Die Klimabilanz kann durch eine konsequentere Nutzung der Abwärme entscheidend verbessert werden. Dazu muss das Biogas von der Erzeugungsanlage zum Ort des Wärmebedarfs transportiert und dort verstromt werden. Die Transportaufgabe übernehmen die Erdgasnetze. In diese wird das auf Erdgasqualität aufbereitete Biogas eingespeist und zu den städtischen / industriellen Wärmeverbrauchszentren transportiert.

Im örtlichen Verteilnetz der Bayernwerk AG ist die Einspeisung von Bioerdgas grundsätzlich immer möglich. Voraussetzung ist eine positive Netzverträglichkeitsprüfung durch die Bayernwerk AG.

Zum Anschluss einer Bioerdgasanlage an das Erdgasnetz der Bayernwerk AG benötigen wir von Ihnen ein schriftliches Netzanschlussbegehren und darüber hinaus folgende Angaben, die mindestens für die Prüfung des Netzanschlussbegehrens notwendig sind:

  • Standort der Anlage (inkl. Lageplan und Katasterplan)
  • Betreiber der Biogasaufbereitungsanlage
  • Eigentümer der Biogasaufbereitungsanlage
  • Größe der Anlage [Nm³/h]
  • Substrateinsatz
  • eventuell mögliche Abnehmer
  • Beschreibung des Aufbereitungsverfahren inkl. Fließschema
  • erwartete Gasqualität (Beschreibung aller brenntechnischen Kenndaten und Gasbegleitstoffe nach DVGW-Arbeitsblatt G260)

Der Ablauf der Bearbeitung erfolgt gemäß den Bestimmungen der Gasnetzzugangsverordnung § 33 (GasNZV). Wie darin gefordert stellt sich der Bearbeitungsablauf wie folgt dar:

Sobald wir Ihren Antrag erhalten haben prüfen wir die Vollständigkeit. Sollten noch Informationen erforderlich sein, werden wir Sie innerhalb 1 Woche nach Antragseingang darüber informieren. Spätestens 2 Wochen nach Eingang des vollständigen Anschlussbegehrens erhalten Sie von uns ein Angebotsschreiben mit Informationen über die erforderlichen Prüfungen und die Kosten dieser Prüfungen.

Sobald Sie uns einen Auftrag über eine Netzverträglichkeitsprüfung (NVP) erteilt haben werden wir Ihnen eine Vorschusszahlung i.H.v. 25% der Kosten der NVP in Rechnung stellen. Sie erhalten das Ergebnis der Netzverträglichkeitsprüfung spätestens 3 Monate nach Eingang der Vorschusszahlung.
Innerhalb weiterer 3 Monate unterbreiten wir Ihnen dann ein Angebot für einen Netzanschlussvertrag. Mit Annahme des Netzanschlussvertrages beginnt eine 18monatige Frist, innerhalb derer mit dem Bau der Anlage begonnen werden muss, sonst verliert der Netzanschlussvertrag seine Gültigkeit. Die beantragte Einspeisekapazität bleibt Ihnen ebenfalls für 18 Monate von Bayernwerk AG reserviert.
Nach Abschluss des Netzanschlussvertrages beginnt die (Ausführungs-) Planung und die Erstellung des Leistungsverzeichnisses für den Netzanschluss. Im Anschluss an Ausschreibung und Vergabe der Leistungen wird der Netzanschluss erstellt. Wurde dieser technisch abgenommen, erfolgt die Schlussrechnung mit gegenseitiger Rechnungslegung gemäß den Festlegungen des Netzanschlussvertrages.
Sobald Bayernwerk AG ein Nachweis über den Abschluss eines Einspeisevertrages vorliegt, kann der Netzanschluss in Betrieb gehen.

Eine Netzverträglichkeitsprüfung wird bei Bayernwerk pauschal mit 4.000 € zzgl. MwSt. verrechnet.
Laut GasNZV § 33 Abs. 5 tragen Sie als Anschlussnehmer die Kosten der Prüfung.

Technische Mindestanforderungen und Anschlussbedingungen

Bayernwerk AG stellt bestimmte Mindestanforderungen an den Netzanschluss und die erforderliche Gasbeschaffenheit.

Technische Mindestanforderung Gas zur Einspeisung von Erdgas